Digitalisierung und die Umwelt

Apr 14, 2020
Photo by Matthew Henry / Unsplash

Manchmal muss man Dinge aus einer anderen Perspektive sehen. Fernab der Merkmale auf die man getrimmt wurde und auf die kleinen, nicht direkt sichtbaren Dinge achten.

Wenn man Digitalisierung googelt, so findet man viele Vor- und Nachteile für Unternehmen: Veränderung des Arbeitsumfeldes, weltweite Vernetzung, Prozessoptimierungen und eine ganze Reihe weiterer Merkmale, alle mehr oder weniger wirtschaftliche Interessen - Geld regiert ja bekanntlich die Welt. Dann werfen einige noch den Datenschutz ein, bei dem der "gläsener Mensch" oft als Horrorszenario genannt wird . Aber darum soll es in diesem Post nicht gehen sondern. Ich will vielmehr die Folgen für die Umwelt betrachten.

Der Begriff Digitalisierung beschreibt ursprünglich nur die Umwandlung von analogen Daten in digitale. Also das anstatt handschriftlichen Notizen auf Papier, diese auf dem PC gespeichert und nachgelagert auch erstellt werden.

In diesem Beitrag, verwende ich jedoch den Begriff mehr im Zusammenhang von Industrie 4.0 bzw. der digitalen Revolution. Nicht nur Daten digital speichern und erstellen, sondern auch Automatisierungen und insbesondere die globale Vernetzung als Grundsatz der Digitalisierung.

Einer der größten Mehrwerte der Digitalisierung ist die einfache Weitergabe der Daten und die Möglichkeit Zugriffsrechte spezifisch festzulegen. So kann ein Partner einfach auf den für sich relevanten Teil der Daten einer Firma zugreifen, ohne dass diese deshalb einen Verwaltungsaufwand hat.

Warum wird das Umwelt-Thema nur so selten angesprochen?

Die aktuelle Corona-Krise macht deutlich, welches Problem die Umwelt hat. Sie ist ungreifbar - nicht nahbar. Man kann nicht sagen: "Ich leide an Umweltverschmutzung". - denn es ist keine Krankheit, kein Zustand, der einem Menschen bewusst wird, wie Husten, Fieber oder eine Wunde. Auch kann ein Einzelner nicht viel dagegen ausrichten. Es braucht die Gemeinschaft und jeder muss seinen Beitrag leisten und auf seinen (kurzfristigen) persönlichen wirtschaftlichen Vorteil hinten anstellen. In der aktuellen Krise kann man sich persönlich schützen, man trägt selber die unittelbare Verantwortung gegenüber sich und seinem Umfeld. Bei der Umwelt geht das nicht, klar ist jede verwendete Plastiktüte weniger gut und jeder eingesparte Autokilometer positiv für die Umweltbilanz, aber im Gesamtkonstrukt hat es weder auf den Schutz des einzelnen noch auf den Schutz des Gesamtsystems einen relevanten Einfluss - und trotzdem muss man genau hier damit anfangen.

Wie kann die Digitalisierung und die Cloud der Umwelt helfen?

Die Digitalisierung ermöglicht die genauere Planung von Ressourcen, globale Arbeit in einem lokalen Umfeld und die Minimierung von Prozesspausen. Um eine breite Masse zum Umweltschutz zu bewegen, müssen wirtschaftlich profitable Lösungen angeboten werden. Dazu zählen insbesondere Lösungen für:

  • Weniger Pendler auf der Straße (insbesondere im Dienstleistungssektor)
  • Mehr Güterverkehr auf den Schienen

Weniger Pendler auf der Straße

Durch die Coronakrise werden Unternehmen gerade vor große Herausforderungen gestellt. Arbeitsabläufe, die sich über Jahrzente etabliert hatten, sind wie gewohnt nicht mehr realisierbar. Plötzlich müssen die Mitarbeiter von zu Hause arbeiten - und siehe da es funktioniert in den meisten Fällen ganz gut. Nur durch die Digitalisierung ist diese Alternative überhaupt möglich. Oder wie müsste man sich eine Skype-Konferenz analog vorstellen? Hätte man zig Kuriere, die die einzelnen Nachrichten zwischen den ganzen Teilnehmern hin und her fahren? Nicht wirklich praktikabel, oder?

Mit neuen Collaborationtools, Videokonfernzen und der Verlagerung der Daten in die Cloud und dem damit ermöglichten weltweitem Zugriff, müssen sich Mitarbeiter nicht mehr zwingend an einem zentralen Ort treffen, um miteinander zu arbeiten. Viele Arbeitnehmer, insbesondere im Dienstleistungssektor, können so ihre täglichen Kilometer im Auto deutlich reduzieren und damit die Umwelt entlasten. 2016 lag die durchschnittliche Pendlerstrecke in Deutschland bei 17 Kilometer und mit knapp 68% ist der umweltschädliche PKW das Fortbewegungsmittel Nummer 1. 2017 betrug der durchschnittliche CO2-Ausstoß eines Neuwagens in Europa 118,5 g/km. Jeder Pendler, der durch Digitalisierung im Home-Office arbeiten kann, spart so jeden Tag 4kg CO2 oder gut 1Tonne im Jahr. Bei gut 19 Millionen Pendlern in Deutschland könnte so eine beachtliche Menge an klimaschädlichen CO2 eingespart werden.

Zusätzlich können auch längere Distanzen mit Hilfe der Digitalisierung überbrückt werden. Wo früher vielleicht noch ein Flug nötig gewesen wäre, können nun ebenfalls die beschriebenen Tools eingesetzt werden.

Mehr Güterverkehr auf die Schiene

Für die Umwelt ist der Güterverkehr mit LKW mit Abstand die umweltschädlichste Option. Warum wird er trotzdem so oft genutzt? Weil die Bahn aktuell zu unzuverlässig ist und sehr oft große Verspätungen hat. Erstmal verwunderlich, denn auf den Straßen kommt es oft zu Verzögerungen durch Staus. Zwei Vorteile hat der LKW jedoch. Zum Einen es gibt mehr Ausweichrouten, die im Falle eines Staus benutzt werden können, sodass sich das Aufkommen verteilen kann, zum Anderen priorisiert die Bahn den Personenverkehr sodass bei Güterzügen, sofern es eine kleine Störung gibt, schnell Verspätungen von mehreren Stunden entstehen. In Zeiten von Just-in-time-Produktionen und Individualisierungen hält dies natürlich den gesamten Betrieb auf, wenn benötigte Komponenten nicht rechtzeitig ankommen.

Digitalisierung kann hier durch besseres Management, Planung und der Kooperation mehrerer Logistiker helfen. Dafür muss ein schnelleres und flächendeckendes System zur Be- und Entladung implementiert werden und die autonome Lokomotiven müssen, gerade im Güterbereich, möglichst bald Realität werden. Mit voranschreitender Digitalisierung müssen und können wir Güterwagen dynamischer bestücken und agiler zuweisen. Anstatt auf Auftragsarbeit zu setzen, müssen wir mehr geplante Verbindungen mit mehreren Nutzern etabieren. Es muss schneller und flexibler zwischen LKWs und Waggons gewechselt werden können. Wir müssen eine digitale Logistikschnittstelle etablieren, damit sich die LKW-Logistiker auf die "Letzte Meile" bzw. die Verteilung zum und vom Bahnhof konzentrieren können und zwischendrin die umweltfreundliche Variante Zug genutzt wird.

Digitale Produkte und Cloudverwaltung sind dabei die entscheidenen Puzzelteile, damit der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Partner reibungslos funktionieren kann.

Es geht nicht um die Digitalisierung an sich, sondern um die Tools

Digital ist - nach der ursprünglichen Definition - vieles. Die Vernetzung und die mögliche Kooperation ohne direkten Kontakt wird jedoch erst durch die richtigen Tools und Services ermöglicht. Sie ermöglichen, dass viele unterschiedliche Partner vertrauenswürdig und informiert Hand in Hand arbeiten können. Nur so lassen sich lokale Spezialisten vereinen, um ein globales, wirtschaftliches und umweltfreundliches Unternehmen zu ermöglichen. Denn in der globalisierten Welt, müssen wir uns wieder mehr Spezialisieren und Lokalisieren um der Natur wirklich einen Gefallen zu tun.


VIPFY entwickelt eine Plattform in der die unterschiedlichsten Cloud-Tools zusammengeführt und zentral verwaltet werden können. Wir wollen jede Firma mit den besten Tools für ihre Nische zusammenbringen, damit Firmen ihre Prozesse optimieren und der Natur etwas gutes tun können. Zudem werden wir vom BMBF unterstützt, dass wir diese Plattform mit weiteren Sicherheitsfeatures ausstatten, damit jede Firma vertrauensvoll und sicher die Cloud nutzen kann.

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VIPFY wird durch das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit und das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt.

Nils Vossebein

CMO VIPFY